WOBA 1930

„Der Erhalt von genossenschaftlich historischem Erbe ist wichtig, damit wir und zukünftige Generationen erkennen, was für wegweisende Projekte vor 90 Jahren in Basel geschaffen wurden.“

Jörg Vitelli, Grossrat,
Präsident Wohnbaugenossenschaften Nordwestschweiz

Im Rahmen der 1. Schweizerischen Wohnungsausstellung Basel (WOBA) 1930 wurde unter der Leitung des Schweizerischen Werkbunds eine Ausstellungssiedlung der Moderne realisiert: Der äusseren Reduktion der Wohnbauten stand im Innern eine umfangreiche Grundrissrecherche der Wohnung für das Existenzminimum gegenüber. “Die WOBA war  in der Schweiz die erste soziale Wohnsiedlung mit konsequenter Anwendung der avancierten Bautechnik”, steht im Lexikon der Architektur des 20. Jahrhunderts geschrieben. Wichtige Schweizer Vertreter des Neuen Bauens wie Werner Max Moser, Maurice Braillard, Karl Egender und Hans Bernoulli suchten nach prototypischen Lösungen des fortschrittlichen Wohnens. Dabei bestand insbesondere in der Person von Architekt Hans Schmidt eine direkte Verbindung zur CIAM und der internationalen Avantgarde. Der 2. CIAM-Kongress 1929 in Frankfurt lieferte die massgeschneiderte ideelle Grundlage für die WOBA-Siedlung. Die dort diskutierten Ideen zum Bau von Minimalwohnungen wurden in Basel grösstenteils erstmalig in der Schweiz umgesetzt. In der CIAM- Ausstellung wurde der von Artaria & Schmidt in Basel realisierte Haustyp publiziert: „Zwei Einfamilienhäuser hintereinander, um wirtschaftliche Haustiefe zu erlangen. Bad neben Küche wird gleichzeitig als Waschküche benutzt. W.C. oben mit Oberlicht.“

Grundriss Haustyp Artaria & Schmidt
Grundriss Haustyp Artaria & Schmidt