Das Haus

„Ein restauriertes WOBA-Haus ist für die Vermittlung und Forschung von unschätzbarem Wert. Es dokumentiert einen vorbildlichen Umgang mit den Fragen, die uns im Wohnungs- und Städtebau auch heute stark beschäftigen:
Verdichtung, Angemessenheit, Ökonomie der Mittel.“

Matthias Ackermann, Professor Architektur FHNW

Wohnzimmer im Juni 2018
Wohnzimmer im Juni 2018

Der im Ausstellungsführer als Block 8 bezeichnete Haustyp von Artaria & Schmidt ist an Effizienz nicht zu überbieten: Als einseitig orientierter „Mühlhauser-Grundriss“ (Zitat: Peter Meyer) bietet das Haus auf einer Wohnfläche von lediglich 45 m2 Platz für eine vierköpfige Familie und verkörpert damit die radikalste Umsetzung der Wohnung für das Existenzminimum. Ausgestattet mit eigenem Bad, WC und Waschküche bot es Arbeiterfamilien dennoch einen damals ungewohnt fortschrittlichen Komfort.

Die WOBA fristet im Unterschied zu den zeitgleichen Siedlungen in Stuttgart (Weissenhof), Wien oder Zürich (Neubühl) ein Schattendasein – obwohl es sich um die inhaltlich radikalste Siedlung des Neuen Bauens handelt. Mit bis zu 500 obdachlos gemeldeten Familien in Basel gehörte die Bereitstellung von günstigem und hygienischem Wohnraum in den 1920er Jahren zu den dringendsten Bedürfnissen. Mit ihrem äusserst reduzierten und effizienten Vorschlag erfüllten Artaria & Schmidt diese Forderungen nicht nur im Rückblick, sondern auch in den Augen der damaligen Kritiker mit Bravour. Die Jahresmiete ihres Haustyps betrug lediglich 876 Franken.

Blick in das Elternschlafzimmer während der WOBA 1930 © Wohngenossenschaft Eglisee